Kontaktperson: Keli Kpedzroku
Die Afrika-Gruppe
unterstützt die Aktivitäten des Bereichs "Afrika" im Nürnberger
Menschenrechtszentrum. Die Gruppe, die sich seit einem Jahr hier trifft, besteht aus
engagierten
Menschen , die in Afrika gelebt, sich dort aufgehalten oder gearbeitet haben bzw die sich
für diesen Kontinent interessieren. Diese Arbeitsgruppe hat mit der Sammlung von
Materialien über die Menschenrechte in den afrikanischen Ländern begonnen. Die Arbeit
wird sich u.a. auf folgende Schwerpunkte konzentrieren: Sklaverei, Beschneidung von
Frauen, Internationaler Strafgerichtshof für Ruanda und Straflosigkeit in Afrika.
Interessierte, die ihre Beiträge in verschiedenen Formen einbringen wollen, sind herzlich
eingeladen in der Afrika-Gruppe mitzuwirken.
Information und Dokumentation
Das Ziel der Afrika-Gruppe ist
es, Informationen über die verschiedenen Länder und die Lage der Menschenrechte in
Afrika zur Verfügung zu stellen. Es wird in der Anfangsphase eine
Dokumentation "Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit in Afrika"
aufgebaut. Gleichzeitig wird ein Quellenregister zum Thema erstellt; relevante Zeitungs-
und Zeitschriftenartikeln werden dokumentiert.
Korrektur des herrschenden Afrika
- Bildes
Die Medien präsentieren Afrika
immer wieder als Katastrophenkontinent mit Bürgerkriegen, Flüchtlingselend,
Hungernöten, Völkermorden, Krankheiten und Putschen. Abgesehen davon wissen viele Leute
wenig über Afrika und
interessieren sich kaum für seine Probleme. Mit einer Fläche von rund 30 Millionen
Quadrat-kilometern ist Afrika der zweitgrößte Kontinent der Erde. Er ist etwa dreimal so
groß wie Europa und reich an Bodenschätzen. Bei der Förderung von Diamanten, Gold,
Kobalt, Chrom und anderem steht Afrika an der Weltspitze. Der
Kontinent nimmt beim Abbau von Platin, Zinn, Zink, Erdöl, Bauxit, Eisenerz, Blei und
Graphit einen vorderen Rang ein . Es werden Kakao, Kaffee, Holz, Baumwolle und Bananen
exportiert. Aber wie wird dieser Reichtum genutzt? Warum zählen mehrere Länder Afrikas
zu den ärmsten der Welt ?
Afrika erlebte die Sklaverei, die
Folgen der
Berliner Konferenz (1884) zur Aufteilung des Kontinents, die Kolonialzeit, die politische
Unabhängigkeit, die moderne Rückkehr der westlichen Mächte durch die multinationalen
Konzerne und seit bald zehn Jahren, die Demokratie. Die Kolonialzeit war eine autoritäre
und repressive Periode, auch die postkolonialen Staaten sind meistens autoritär,
paternalistisch, dialogfeindlich und gewalttätig.
Straflosigkeit bekämpfen
Ebenso wie die Kolonisation nach
Afrika das Christentum, eine andere Kultur, ein anderes Denken und eine andere Ethik
gebracht hat, erreichte der Wind der Demokratie diesen
Kontinent im Jahr 1990. Die Einführung von Mehrparteiensystemen, freien Wahlen und
rechtstaatlichen Reformen waren die Themen in den meisten Ländern. Die westlichen Geber
haben dazu sicher durch Druck beigetragen. Neue Parteien wurden gegründet und neue
politische Bewegungen, Verbände, Vereine und Organisationen wurden ins Leben gerufen. In
einigen Ländern gab es eine "Nationalkonferenz" um die Grundlagen einer neuen
Ordnung
gemeinsam zu diskutieren. Vertreter aller
gesellschaftlichen Gruppierungen nahmen daran teil. Oft erfüllten sich die Erwartungen
nicht. Die Befreiung von den alltäglichen, willkürlichen Praktiken fand nicht statt. Die
Meinungs- und Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit, die demokratischen Wahlen, die
unabhängigen
Justiz und Polizei blieben unerfüllte Träume.
Als Antwort auf
Demokratiebestrebungen
folgten gewalttätige Festnahmen, Verfolgung, Folter, Attentate, Tötung, Gefängnisstrafe
ohne Beweis, Willkür, Erpressung und Bedrohung. Politiker, Intellektuelle, Studierende,
Bauern, Aktivisten und Jugendliche haben mit ihrem Leben, Hab und Gut, Grund und Boden den
Preis für eine erfolglose Demokratie bezahlt. Menschenrechtsverletzungen prägen das
alltägliche Leben der Bürger. In vielen afrikanischen Ländern haben die
Führungsgruppen heute noch Macht über Leben und Tod der Menschen. Oft sind die
Missetäter bekannt. Sie werden weder bestraft noch verurteilt, sie leben unbehelligt auf
freiem Fuß.
Die Demokratisierung ist ein sehr
langfristiger Prozeß, wie die jahrelangen demokratischen Fort- und Rückschritte in
Lateinamerika zeigen.
Die Afrika-Gruppe will ihren
Beitrag zur
Bekämpfung von Ungerechtigkeit und Willkür leisten durch Öffentlichkeitsarbeit,
Dokumentation, Lobby-Arbeit, Veranstaltungen und Ausstellungen.
Kontakte zu anderen
Organisationen
Die Bundesrepublik Deutschland
ist ein demokratisches Land und stellt sich in der Öffentlichkeit als gastfreundlich dar.
Doch sind im
täglichen Dasein für die hier lebenden Afrikaner Fremdenfeindlichkeit und Rassismus an
der Tagesordnung. Das betrifft alle Afrikaner unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Sie
werden häufig auf der Straße oder nachts in ihrer
Wohnung kontrolliert. Viele der Zufluchtsuchenden sind nach Deutschland gekommen, weil ihr
Leben in ihrem Heimatland gefährdet ist. Sie brauchen Schutz und Anerkennung ihrer
Menschenwürde. Bei den Behörden sind sie nur Nummern. Sie werden von der Gesellschaft
als nutzlos und/oder als Belastung definiert.
Anderswo werden die Asylbewerber als Parasiten angesehen, die auf Kosten der Steuerzahler
leben. Obwohl unter diesen Personen viele
einen qualifizierten Beruf ausüben könnten,
finden sie auf Grund unterschiedlicher Verordnungen keine Arbeitsplatz.
Die Afrika-Gruppe hält Kontakte
zu Einrichtungen, Verbänden und Organisationen, die mit hier lebenden Afrikanern
zusammenarbeiten. Die ständigen Polizeikontrollen, die Lage der Asylbewerber, die oft
lange Abschiebehaft und die häufigen Mißhandlungen der Abschiebehäftlinge sind der
Gruppe bekannt.
"Die Würde des Menschen ist
unantastbar". Die Afrikaner brauchen von den deutschen Mitbürgerinnen und
Mitbürgern Unterstützung, Verständnis, Toleranz, Gerechtigkeit und Anerkennung der
menschlichen Würde.
Diesem Ziel fühlen wir uns
verpflichtet. Gleichzeitig wollen wir uns engagieren, damit durch die deutsche Politik und
Wirtschaft keine Regierungen in Afrika unterstützt werden, die ihre Bürger vertreiben
und unterdrücken. Gegenüber der Zukunft sind wir alle verantwortlich für unser
Nichtstun und Nichteinmischung.
Wie erreichen Sie uns?
Das Nürnberger
Menschenrechtszentrum
ist geöffnet:
Montag bis Freitag:
8:30 12:30 und 13:30
15:30
Vor einem Besuch ist dennoch ein
Anruf zu empfehlen.
Kontaktperson: Keli Kpedzroku
Anschrift: Adlerstraße 40 D
90403 Nürnberg
Tel.: 49- (0) 911-230 55 50
Fax: 49- (0) 911-230 55 51
e-mail: na5069@fen-baynet.de
Bankverbindung:
Kontonummer: 350 51 97 (BLZ
76060561)
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