Afrika

Vorstellung der Afrika Gruppe im Nürnberger Menschenrechtszentrum

Arbeitsschwerpunkte:

  • Aufbau einer Dokumentation über Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit in Afrika
  • Dokumentieren und Archivieren von Hintergrundmaterialien zu Menschenrechtsthemen
  • Erstellen von Dossiers (Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln auch in englischer, spanischer, französischer und portugiesischer Sprache)
  • Recherchen
  • Kontaktpflege mit Organisationen und Herausgebern von Fachpublikationen die sich mit Menschenrechten in Afrika befassen

Kontaktperson: Keli Kpedzroku

 Die Afrika-Gruppe unterstützt die Aktivitäten des Bereichs "Afrika" im Nürnberger Menschenrechtszentrum. Die Gruppe, die sich seit einem Jahr hier trifft, besteht aus engagierten
Menschen , die in Afrika gelebt, sich dort aufgehalten oder gearbeitet haben bzw die sich für diesen Kontinent interessieren. Diese Arbeitsgruppe hat mit der Sammlung von Materialien über die Menschenrechte in den afrikanischen Ländern begonnen. Die Arbeit wird sich u.a. auf folgende Schwerpunkte konzentrieren: Sklaverei, Beschneidung von Frauen, Internationaler Strafgerichtshof für Ruanda und Straflosigkeit in Afrika. Interessierte, die ihre Beiträge in verschiedenen Formen einbringen wollen, sind herzlich eingeladen in der Afrika-Gruppe mitzuwirken.

 

Information und Dokumentation

Das Ziel der Afrika-Gruppe ist es, Informationen über die verschiedenen Länder und die Lage der Menschenrechte in Afrika zur Verfügung zu stellen. Es wird in der Anfangsphase eine
Dokumentation "Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit in Afrika" aufgebaut. Gleichzeitig wird ein Quellenregister zum Thema erstellt; relevante Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln werden dokumentiert.

Korrektur des herrschenden Afrika - Bildes

Die Medien präsentieren Afrika immer wieder als Katastrophenkontinent mit Bürgerkriegen, Flüchtlingselend, Hungernöten, Völkermorden, Krankheiten und Putschen. Abgesehen davon wissen viele Leute wenig über Afrika und
interessieren sich kaum für seine Probleme. Mit einer Fläche von rund 30 Millionen Quadrat-kilometern ist Afrika der zweitgrößte Kontinent der Erde. Er ist etwa dreimal so groß wie Europa und reich an Bodenschätzen. Bei der Förderung von Diamanten, Gold, Kobalt, Chrom und anderem steht Afrika an der Weltspitze. Der
Kontinent nimmt beim Abbau von Platin, Zinn, Zink, Erdöl, Bauxit, Eisenerz, Blei und Graphit einen vorderen Rang ein . Es werden Kakao, Kaffee, Holz, Baumwolle und Bananen exportiert. Aber wie wird dieser Reichtum genutzt? Warum zählen mehrere Länder Afrikas zu den ärmsten der Welt ?

Afrika erlebte die Sklaverei, die Folgen der
Berliner Konferenz (1884) zur Aufteilung des Kontinents, die Kolonialzeit, die politische
Unabhängigkeit, die moderne Rückkehr der westlichen Mächte durch die multinationalen Konzerne und seit bald zehn Jahren, die Demokratie. Die Kolonialzeit war eine autoritäre und repressive Periode, auch die postkolonialen Staaten sind meistens autoritär, paternalistisch, dialogfeindlich und gewalttätig.

Straflosigkeit bekämpfen

Ebenso wie die Kolonisation nach Afrika das Christentum, eine andere Kultur, ein anderes Denken und eine andere Ethik gebracht hat, erreichte der Wind der Demokratie diesen
Kontinent im Jahr 1990. Die Einführung von Mehrparteiensystemen, freien Wahlen und rechtstaatlichen Reformen waren die Themen in den meisten Ländern. Die westlichen Geber haben dazu sicher durch Druck beigetragen. Neue Parteien wurden gegründet und neue politische Bewegungen, Verbände, Vereine und Organisationen wurden ins Leben gerufen. In einigen Ländern gab es eine "Nationalkonferenz" um die Grundlagen einer neuen Ordnung
gemeinsam zu diskutieren. Vertreter aller
gesellschaftlichen Gruppierungen nahmen daran teil. Oft erfüllten sich die Erwartungen nicht. Die Befreiung von den alltäglichen, willkürlichen Praktiken fand nicht statt. Die Meinungs- und Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit, die demokratischen Wahlen, die unabhängigen
Justiz und Polizei blieben unerfüllte Träume.

Als Antwort auf Demokratiebestrebungen
folgten gewalttätige Festnahmen, Verfolgung, Folter, Attentate, Tötung, Gefängnisstrafe ohne Beweis, Willkür, Erpressung und Bedrohung. Politiker, Intellektuelle, Studierende, Bauern, Aktivisten und Jugendliche haben mit ihrem Leben, Hab und Gut, Grund und Boden den Preis für eine erfolglose Demokratie bezahlt. Menschenrechtsverletzungen prägen das alltägliche Leben der Bürger. In vielen afrikanischen Ländern haben die Führungsgruppen heute noch Macht über Leben und Tod der Menschen. Oft sind die Missetäter bekannt. Sie werden weder bestraft noch verurteilt, sie leben unbehelligt auf freiem Fuß.

Die Demokratisierung ist ein sehr langfristiger Prozeß, wie die jahrelangen demokratischen Fort- und Rückschritte in Lateinamerika zeigen.

Die Afrika-Gruppe will ihren Beitrag zur
Bekämpfung von Ungerechtigkeit und Willkür leisten durch Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation, Lobby-Arbeit, Veranstaltungen und Ausstellungen.

Kontakte zu anderen Organisationen

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratisches Land und stellt sich in der Öffentlichkeit als gastfreundlich dar. Doch sind im
täglichen Dasein für die hier lebenden Afrikaner Fremdenfeindlichkeit und Rassismus an der Tagesordnung. Das betrifft alle Afrikaner unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Sie werden häufig auf der Straße oder nachts in ihrer
Wohnung kontrolliert. Viele der Zufluchtsuchenden sind nach Deutschland gekommen, weil ihr Leben in ihrem Heimatland gefährdet ist. Sie brauchen Schutz und Anerkennung ihrer Menschenwürde. Bei den Behörden sind sie nur Nummern. Sie werden von der Gesellschaft als nutzlos und/oder als Belastung definiert.
Anderswo werden die Asylbewerber als Parasiten angesehen, die auf Kosten der Steuerzahler leben. Obwohl unter diesen Personen viele
einen qualifizierten Beruf ausüben könnten,
finden sie auf Grund unterschiedlicher Verordnungen keine Arbeitsplatz.

Die Afrika-Gruppe hält Kontakte zu Einrichtungen, Verbänden und Organisationen, die mit hier lebenden Afrikanern zusammenarbeiten. Die ständigen Polizeikontrollen, die Lage der Asylbewerber, die oft lange Abschiebehaft und die häufigen Mißhandlungen der Abschiebehäftlinge sind der Gruppe bekannt.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar". Die Afrikaner brauchen von den deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Unterstützung, Verständnis, Toleranz, Gerechtigkeit und Anerkennung der menschlichen Würde.

Diesem Ziel fühlen wir uns verpflichtet. Gleichzeitig wollen wir uns engagieren, damit durch die deutsche Politik und Wirtschaft keine Regierungen in Afrika unterstützt werden, die ihre Bürger vertreiben und unterdrücken. Gegenüber der Zukunft sind wir alle verantwortlich für unser Nichtstun und Nichteinmischung.

Wie erreichen Sie uns?

 

Das Nürnberger Menschenrechtszentrum

ist geöffnet:

Montag bis Freitag:

8:30 – 12:30 und 13:30 – 15:30

Vor einem Besuch ist dennoch ein Anruf  zu empfehlen.

Kontaktperson: Keli Kpedzroku

Anschrift: Adlerstraße 40 D – 90403 Nürnberg

Tel.: 49- (0) 911-230 55 50

Fax: 49- (0) 911-230 55 51

e-mail: na5069@fen-baynet.de

Bankverbindung:

Kontonummer: 350 51 97 (BLZ 76060561)

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